Interview mit U14-Trainer Björn Dickmanns

Björn Dickmanns - Borussia Mönchengladbach

Björn Dickmanns ist seit 10 Jahren bei der Borussia im Jugendbereich tätig und wir sprachen exklusiv mit Ihm über seine Ziele und Highlights seiner Laufbahn.

Hallo Björn, wir kennen uns ja schon sehr lange. Aber bitte stell dich kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Björn Dickmanns, ich bin 32 Jahre alt. Ich bin sowohl geboren als auch aufgewachsen in Nettetal und in Brüggen zur Schule gegangen. Nach dem Abitur habe ich eine kaufmännische Ausbildung im Bereich Touristik in Düsseldorf absolviert und anschließend noch einige Zeit in dem Beruf gearbeitet. Seit gut 1,5 Jahren bin ich hauptamtlich bei Borussia angestellt und neben meiner Trainertätigkeit in der U14 zuständig für die Administration in unserer Scoutingabteilung.

Seit wann bist du bei Borussia und wie kam es dazu?

Ich arbeite seit 10 Jahren als Nachwuchstrainer bei Borussia. 2003 bin ich von meinem Heimatverein SC Union Nettetal damals noch zum Haus Lütz gewechselt und dann mit in den BORUSSIA-PARK umgezogen. In Nettetal habe ich damals erfolgreich und vor allem engagiert einige Mannschaften trainiert. Irgendwann ist ein Kontakt zum damaligen Koordinator Mario Vossen entstanden, er hat mich einige Male beobachtet und anschließend zu einem Gespräch eingeladen. Für mich persönlich und meine Trainerkarriere war dies ein wichtiger Schritt.

Björn Dickmanns - Borussia Mönchengladbach

Beschreibe uns kurz deine Aufgaben und gib uns einen kleinen Einblick in deinen Wochenablauf.

Wie schon erwähnt habe ich zwei zunächst recht unterschiedliche Aufgaben. Tagsüber kümmere ich mich um die anfallenden Belange in unserer Scoutingabteilung und assistiere meinen Kollegen Mario Vossen und Markus Hausweiler. Ich unterstütze unsere Lizenzscouts in ihrer Reiseplanung und koordiniere gemeinsam mit unserem Chefkoordinator Scouting, Mario Vossen, die Einsätze der jeweiligen Scouts. In puncto Jugendscouting pflege ich einen guten Kontakt zu den umliegenden Vereinen, die von mir informiert werden, wenn wir aufgefallene Spieler zu einem Probetraining einladen möchten. Hand in Hand mit den anderen Trainern führen wir Sichtungslisten, in denen wir alle Spieler führen, die sich hier vorgestellt haben, die uns aufgefallen oder jemals zu einem Probetraining gekommen sind. So haben wir eine gute Datenbank an Spielern, die für uns von Interesse sein können. Eigene Sichtungsaufgaben habe ich zudem in dem Jahrgang, den ich selbst als Trainer aktuell betreue.

Was hat dich in der Anfangsphase am meisten beeindruckt?

Ehrlich gesagt war ich anfänglich schon recht beeindruckt von dem Tempo und der technischen Klasse der Spieler. Das war im Gegensatz zu meiner Mannschaft aus Nettetal schon ein riesiger Unterschied. Armin Younes war beispielsweise einer der ersten Spieler, die ich kennenlernte, da ich mit der Mannschaft das erste Turnier gespielt habe, das war die damalige U11. Die überaus professionellen Trainingsbedingungen wären sicherlich heutzutage meine Antwort, aber das habe ich ja in den letzten Jahren hier entstehen und wachsen sehen.

Borussia hat mit die beste Spielerausbildung. Wo dran liegt das deiner Meinung?

Ich empfinde unseren Verein als eine sehr gute Kombination aus Professionalität und familiärem Umfeld, von ganz unten nach oben. Jungen Spielern wird es durch eine harmonische Atmosphäre sehr leicht gemacht, sich gut zu entwickeln. Spieler wissen, dass sie auch mal Fehler machen dürfen, viele Trainer haben ein sehr gutes Händchen für das entsprechende Alter, das sie trainieren. Trotz guter Stimmung kommt das professionelle Training nicht zu kurz. In allen Altersbereichen wird sehr intensiv und nach Plan trainiert, das zahlt sich bislang bekanntermaßen aus.

Dein schönstes Erlebnis bei Borussia war bisher?

Sportlich gesehen war für mich sicherlich die Westdeutsche Meisterschaft als U15-Trainer im Jahr 2010 das Highlight. In der höchsten Spielklasse für C-Junioren Meister zu werden gelingt nicht jedes Jahr, da hat einfach viel gepasst und am Ende konnten wir uns gegen viele andere Bundesligisten eindrucksvoll durchsetzen.

Wenn jemand auch eine Trainerkarriere bei Borussia anstrebt, welche Tipps kannst du ihm mit auf den Weg geben?

Da kann man nur schwer Tipps vergeben. Der Traineralltag, insbesondere bei einem Bundesligisten ist sehr komplex und mit vielen verschieden Aufgaben versehen. Man sollte sich und sein Team gut organisieren können und im Laufe der Zeit seinen eigenen Stil finden, das hat auch bei mir einige Zeit gedauert. Von rechts und links immer viel aufsaugen und die Dinge, von denen man selbst überzeugt ist, für sich aufnehmen. Zudem finde ich Gradlinigkeit und Ehrlichkeit für einen Trainer enorm wichtig, insbesondere den Spielern und Kollegen gegenüber, denn schließlich vermittelt man als Trainer auch menschliche Werte. Außerdem merken Spieler jeden Alters recht schnell, wenn man schauspielert. Oftmals kann man Dinge nur an die Spieler vermitteln, wenn eine große Vertrauensbasis vorherrscht und dafür ist in großem Maße der Trainer verantwortlich.

Björn Dickmanns - Borussia Mönchengladbach

Welche Ziele verfolgst du noch bei Borussia?

Ich fühle mich hier einfach wohl und in der Altersklasse, in der ich momentan arbeite richtig aufgehoben. Der Verein hat mir eine Möglichkeit geschaffen, hauptberuflich hier zu arbeiten, was ich zu schätzen weiß. Sicherlich habe ich auch Ziele, in ferner Zukunft auch mal ältere Spieler zu trainieren um die in der absolvierten A-Lizenz vermittelten Themen intensiver anwenden zu können. Durch meine kombinierte Stelle mache ich allerdings auch weitreichende Erfahrungen im Bereich Scouting, in dem ich mir auch vorstellen könnte zu arbeiten. Entsprechend kann ich schauen, was die Zukunft so bringt.

Gladbach ist der geilste Club, weil…

man unter 10.000 Fans in Rom die gelebte Tradition hautnah miterleben kann.

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